Nazis sind keine netten Nachbarn, keine Menschenfreunde, keine virtuellen Freunde.

Die Zeiten von kahlköpfigen Nazi-Skinheads sind längst vorbei. Auch eindeutig rechte „Kameradschaften“ wie die „AG Wiking“ gehören in Wilhelmshaven der Vergangenheit an. Die NPD-Strukturen an der Jade sind fast vollständig zerschlagen, einzig eine Handvoll brauner Gesellen treibt in Wilhelmshaven noch öffentlich wahrnehmbar ihr Unwesen.

Längst hat sich auch die rechte Szene Wilhelmshavens (mehr oder weniger) verdeckt in die Mitte der Gesellschaft geschummelt. Teils völlig unbemerkt, teils erkannt und bewusst ignoriert, tummeln sich bekannte und unbekannte Nazis an vielen Orten und in diversen Organisationsstrukturen.

Im Vordergrund stehen nicht mehr die politische Ausrichtung, die Menschenverachtung, der Rassismus und die Ausländerfeindlichkeit. All dies wird hinter scheinbar harmlosen Strukturen versteckt. Hinweise auf die geistige Heimat der Mitglieder dieser unterschiedlichen Erscheinungsformen gibt es aber reichlich.

Durch diese abermals neue Taktik der Rechten gelingt es ihnen zeitweise, von ihren eigentlichen Zielen abzulenken. Eine klar erkenntlich rechte Kameradschaft bietet natürlich viel mehr Angriffsflächen, als ein harmlos erscheinender Autoclub. Durch die scheinbar unpolitische Ausrichtung der Strukturen wird versucht, jeden möglichen politischen Vorwurf im Keim zu ersticken.

So wirkt das „Geschwader Nord“  (Seite: www.geschwader-nord.de) erstmal nur durch die Verwendung der altdeutschen Schrift etwas unzeitgemäß. Auf der Homepage geht es aber „nur“ um Autos, Benzin und gemeinsame Treffen. Nicht die hohe Kultur, aber augenscheinlich völlig unpolitisch.

Auf ihrer Facebook-Seite (Seite: www.facebook.com/geschwader.nord) sind dann aber die Hinweise zu finden, die die politische Ausrichtung der Mitglieder offenbart. Neben auch hier im Vordergrund stehenden Auto-Nachrichten werden im Bereich der musikalischen Interessen die Hosen runter gelassen. Mit den „Böhsen Onkelz“ und „Frei.Wild“ wird der nationalistische Teil der Jugend angesprochen. Mit „Kategorie C“, einer Nazi-Band aus Bremen, wird dann aber auch der radikale Teil der rechten Szene entsprechend bedient.

Auch in der Gastronomie in Wilhelmshaven gewinnt die rechte Szene an Boden. In der Mainstraße eröffnete jüngst eine kleine Kneipe, in der man das Bier auch mal von Björn Wilhelmsen gezapft bekommt, da seiner Frau das Geschäft gehören soll. Der ehemalige NPD-Kader ist hinlänglich bekannt und sorgte erst vor wenigen Monaten für Unruhe, als er den „Red Devils MC“ (RDMC) beigetreten ist.

Zwar hat sich der RDMC inzwischen von Wilhelmsen getrennt, einzelne Mitglieder sollen aber weiterhin sehr freundschaftliche Beziehungen zu dem ehemaligen Mitglied des Nazi-Liedermacherduos „Frei & Stolz“ unterhalten.

Björn Wilhelmsen ist darüber hinaus auf Facebook auch mit dem Oberbürgermeister der Stadt Wilhelmshaven, Andreas Wagner, befreundet. Auch auf einen entsprechenden Hinweis auf die unsägliche Freundschaft reagierte Wagner nicht. Zwar sperrte er den Hinweisgeber für Kommentare, Wilhelmsen befindet sich aber noch immer auf der Freundesliste des Oberbürgermeisters.

Vor Kurzem versuchte sich ein NPD-Aktivist darin, ein Heavy Metal-Konzert in Altengroden zu organisieren (Seite: www.antifaaurich.blogsport.de). Devin J., der noch kurze Zeit vorher eine NPD-Kundgebung in Oldenburg besuchte, wurde von der Auricher Antifa geoutet und die Bands zogen ihre Zusage umgehend zurück.

Noch nicht in Wilhelmshaven angekommen ist die „Identitäre Bewegung“. In Ostfriesland hat dieses Sammelbecken von Nazis, Nationalisten, Rechtspopulisten und Glaubenskriegern bereits Fuß gefasst. Wir dürfen gespannt sein, wann sie an der Jade erstmals auftauchen.

Auch der schon fast in Vergessenheit geratene ehemalige „Kopf“ der Wilhelmshavener Nazi-Kameradschaft „AG Wiking“, Manuel Wojtczak, der auch für die NPD als Kandidat auftrat, scheint noch immer (oder wieder?) seine alten Verbindungen zu haben. So ist er bei Facebook u.a. auf der Freundesliste der Betreiberin der o.g. Kneipe in der Mainstraße. Sein Arbeitgeber, eine Bäckerei am Wasser, scheint keine Probleme mit der Vergangenheit seines Mitarbeiters zu haben.

Zwar hält sich die rechte Szene Wilhelmshaven seit einigen Monaten mit strafrechtlich relevanten Taten zurück, offene Organisationsstrukturen fehlen und rechte Propaganda findet nur selten oder verborgen statt, Entwarnung ist deshalb aber nicht zu geben. Vielmehr sollte es ein schrillendes Alarmsignal sein, dass unsere Gesellschaft scheinbar kaum mehr Berührungsängste mit Nazis hat, solange diese nicht zu offensichtlich mit ihrer Gesinnung hausieren gehen.

Der Versuch, rechtes Gedankengut in scheinbar unpolitischen Strukturen zu verpacken, gewinnt immer mehr Freunde. Bands wie „Frei.Wild“, die sich gerne unpolitisch geben, Nazis aber wie ein Magnet anziehen und mehr als nationalistische Texte haben, ebnen den Weg in die Mitte der Gesellschaft.

Solange aber unsere Gesellschaft das akzeptiert, spielt sie mit dem Feuer. Jeder Meter gesellschaftlichen Lebens, den die Nazis erobern, wird nur mit sehr viel Kraft zurückgewonnen werden können. Nazis sind keine netten Nachbarn, keine Menschenfreunde, keine virtuellen Freunde. Nazis sind Feinde der Menschlichkeit, der Kultur, der Vielseitigkeit und des Lebens.

NEONAZIS IM DIENSTE DES STAATES! Referent: Dr. Rolf Gössner

Das Wilhelmshavener Netzwerk gegen Rechts lädt ein zur Diskussionsveranstaltung

Dr. Rolf Gössner
Rechtsanwalt/Publizist und Vizepräsident der Internationalen Liga für Menschenrechte

am Freitg, 22.03.2013 um 19.30 Uhr, im DGB Haus Wilhelmshaven in der Weserstraße 51, 26382 Wilhelmshaven

Ausgehend von der schockierenden Neonazi-Mordserie, die Ende 2011 ohne Zutun des Staats- und Verfassungsschutzes aufgedeckt wurde, widmet sich Rolf Gössner dem Inlandsgeheimdienst „Verfassungsschutz“, seiner braunen Vergangenheit und politischen Ausprägung sowie seinem dubiosen V-Leute-System, mit dem er Neonazi-Szenen und rechtsextreme Parteien unterwandert hat.

Der Referent berichtet aufgrund eigener Recherchen über die skandalöse Verstrickung des Verfassungsschutzes in gewaltbereite Neonazi-Szenen sowie über die geheimdienstlichen Versuche, kriminell gewordene V-Leute selbst gegen Ermittlungen der Polizei abzuschirmen. Und er untersucht, wie der Verfassungsschutz im Kampf gegen Rechts agiert, ob er in seiner Ausprägung als Inlandsgeheimdienst zum Schutz der Verfassung taugt oder Fremdkörper ist in der Demokratie.

Aus seinem Befund formuliert Rolf Gössner politische Konsequenzen, die für eine rechtsstaatliche Demokratie und die Bürgerrechte existentiell wichtig sind.

Die Veranstaltung ist öffentlich und wie immer sind Nazis, autonome Nationalisten, 3. Front, Rechtspopulisten und andere rechtsradikale Strukturen von dem Treffen ausdrücklich ausgeschlossen.

Wir hoffen auf rege Beteiligung
Mit freundlichen Grüßen
„Das Wilhelmshavener Netzwerk gegen Rechts“

Antifaschistische Stadtrundfahrt – lebendiger Geschichtsunterricht!

Unter dem Motto “Nie wieder!” führt das Netzwerk gegen Rechts am 16. März 2013 zum vierten Mal die antifaschistische Stadtrundfahrt durch.

Mit einem Bus werden rund 20 Stationen in der Stadt angefahren. In Wilhelmshaven gab es nicht nur das Konzentrationslager am Alten Banter Weg. Es gab Zwangsarbeit, viele weitere Lager, Erschießungsplätze, die Büros der Geheimen Staatspolizei (Gestapo).

Der Terror gegen die Arbeiterbewegung machte den Weg frei für die Exzesse des Rassismus gegen Juden, Sinti usw. Auf dem Synagogenplatz wird das Verbrechen der Reichsprogromnacht lebendig. Auch dem Widerstand begegnet die Stadtrundfahrt, vom Pfarrhaus bis zur Kriegsmarinewerft, vom Widerstand im KZ bis zu unbeugsamen Antifaschisten, die in Straßennahmen, als Namensgeber für einen Saal im Gewerkschaftshaus oder in Gedenkstätten fortleben.

Zahlreiche, auf Initiative von Antifaschisten aufgestellte Infotafeln, Gedenksteine und Mahnmale, die man im täglichen Getriebe leicht übersieht, liegen auf dem Weg.

Information über geschichtliche Zusammenhänge und Hintergründe, Fakten und authentische Berichte sowie Bezug zur Gegenwart werden während der Rundfahrt geboten. Die Rundfahrt dauert rund drei Stunden.

Start ist am 16. März 2013 um 14:00 Uhr am ZOB, Bussteig Linie 8
Der Preis beträgt 10 Euro, ermäßigt 5 Euro.
Für einen Sitzplatz wird frühzeitige Anmeldung empfohlen.

Anmeldung und Vorverkauf:
Deutscher Gewerkschaftsbund Wilhelmshaven
Weserstraße 51, Tel: 04421 / 18010
eMail: wilhelmshaven@dgb.de

Die Antifaschistsiche Stadtrundfahrt ist öffentlich – Nazis, autonome Nationalisten, 3. Front, Rechtspopulisten und andere rechtsradikale Strukturen sind allerdings von der Stadtrundfahrt ausdrücklich ausgeschlossen.

Wilhelmshaven ist Bunt statt Braun

Am Montag, den 14.01.2013 veranstaltet die rechtsradikale NPD auf dem Börsenplatz in Wilhelmshaven ab 10.00 Uhr eine Wahlkampfkundgebung. Das Wilhelmshavener Netzwerk gegen Rechts ruft alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt auf, sich der NPD entgegen zu stellen.

Zur Landtagswahl 2013 versucht die NPD nun auch in Wilhelmshaven Stimmen für ihre menschenverachtende und fremdenfeindliche Politik zu fangen. Im Rahmen ihrer „Deutschland-Tour“ wollen ca. 10 – 20 NPD-Anhänger auf dem Börsenplatz eine Kundgebung veranstalten.

Das Wilhelmshavener Netzwerk gegen Rechts stellt sich entschieden und entschlossen gegen die NPD und deren Parolen. Wilhelmshaven ist Bunt statt Braun. Weder die NPD, noch andere rechtsradikale Strukturen oder Parteien werden in unserer Stadt geduldet. Ab 9.00 Uhr treffen sich die GewerkschafterInnen und Interessierte im Gewerkschaftshaus Weserstraße 51, 26382 Wilhelmshaven. Dann um 10:00Uhr Frühstück und Gespräche am Börsenplatz! Auch der Landtagskandidat der GRÜNEN wird zu Gesprächen in lockerer Runde zur Verfügung stehen.

Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt sind herzlich eingeladen, sich an den Aktionen und Gesprächen zu beteiligen. Jegliche Art des antifaschistischen Protestes in Form von Kundgebungen wurde von
der Stadtverwaltung untersagt. Selbst Wahlkampfstände von SPD und GRÜNEN wurden rechtwidrig von der Stadt verboten.

Wir werden uns den Protest gegen Hass und Gewalt nicht verbieten lassen!

Keinen Fußbreit den Faschisten!

Mit freundlichen Grüßen
„Das Wilhelmshavener Netzwerk gegen Rechts“

NPD nimmt Vorlage der Stadt dankbar auf

Die Kritik des Wilhelmshavener Netzwerk gegen Rechts an der Ausrichtung der Aktionswoche “Bunter Herbst” der Stadt Wilhelmshaven war immer fundiert und wird nun schrecklich bestätigt.

So ist es die Stadt Wilhelmshaven selbst, die ihr unangenehme Veranstaltungen für den Bunten Herbst unterschlägt. Gleich zwei Veranstaltungen haben es nicht auf die Liste der Stadt gebracht, da sie scheinbar inhaltlich nicht in das Extremismus-Konzept des Oberbürgermeisters passen.

Das eine Veranstaltung der MLPD von der Stadtverwaltung (ohne Begründung und Rückmeldung an die Anmelder) ignoriert und vom Bunten Herbst ausgeschlossen wurde, mag auch an dem Veranstalter liegen. So kann spekuliert werden, dass der Oberbürgermeister, Mitglied einer pflichtschlagenden Studentenverbindung, die MLPD gerne in die linksextreme Ecke verbannt sehen möchte.

Eine weitere Veranstaltung wurde von der Stadtverwaltung ebenfalls abgelehnt. Hierbei scheint es aber “nur” um persönliche Differenzen des OB mit dem Veranstalter zu gehen. Das “Bürgerportal” scheint ein rotes Tuch für den OB zu sein. Und so wird ausgegrenzt was geht, um dem Begriff “Toleranz” eine ganz eigene Wagner-Bedeutung zu geben.

Schützenhilfe bekommen der Oberbürgermeister, die CDU und die Stadtverwaltung nun von der NPD. In einer Pressemitteilung schlägt die NPD Friesland/Ostfriesland in genau die Kerbe, die OB Wagner geöffnet hat. Die NPD macht genau das, was Wagner, Glaser & Co. als Ziel ausgerufen haben: Die Gleichsetzung von Nazi-Terror mit linkem Protest gegen Atomkraft, Krieg, Faschismus und Ungerechtigkeit.

Die NPD stellt, immer wieder unter Bezug auf die “AG Extremismus” und den “Bunten Herbst”, den millionenfachen und systematischen Mord der Nazis mit der Aktivität von Antifaschisten gleich. Wagner und seine CDU mag es freuen.

Weiter führt die NPD aus, dass staatlich und somit finanziell unterstützen antifaschistischen Organisationen und Verbänden endlich das Wasser abgegraben werden müsse. Da rennt der Wilhelmshavener NPD-Vorsitzende Jens Wagenlöhner offene Türen im Rathaus ein. Denn noch nie hat es die Stadt Wilhelmshaven geschafft, das Netzwerk gegen Rechts finanziell zu unterstützen.

In einer Stadt, in der SPD und CDU eine einfache Resolution gegen Faschismus und Rassismus im Rat ablehnen, darf sich niemand wundern, dass die NPD nun feiert. Die gefährliche Saat des Oberbürgermeisters, von CDU, SPD im Rat und der Stadtverwaltung beginnt bereits in den Köpfen der Nazis zu sprießen.

Im Schlusssatz der NPD-Pressemitteilung steht dann auch das, was wohl einige in Politik und Verwaltung auch denken mögen, dass das Netzwerk gegen Rechts als solches linksextrem ist. Und schon schließt sich der Kreis des Bösen wie gewollt.

 

 

Dr. Rolf Gössner: “Neonazis im Dienste des Staates”.

NEONAZIS IM DIENSTE DES STAATES
Die heillose Verstrickung des Verfassungsschutzes
in rechtsextreme Szenen und Parteien

Das Wilhelmshavener Netzwerk gegen Rechts lädt ein zur Diskussionsveranstaltung mit Dr. Rolf Gössner ein,
am Dienstag, 06.11.2012, um 19.30 Uhr, im DGB Haus Wilhelmshaven Weserstraße 51, 26382 Wilhelmshaven

Ausgehend von der schockierenden Neonazi-Mordserie, die Ende 2011 ohne Zutun des Staats- und Verfassungsschutzes aufgedeckt wurde, widmet sich Rolf Gössner dem Inlandsgeheimdienst „Verfassungsschutz“, seiner braunen Vergangenheit und politischen Ausprägung sowie seinem dubiosen V-Leute-System, mit dem er Neonazi-Szenen und rechtsextreme Parteien unterwandert hat.

Der Referent berichtet aufgrund eigener Recherchen über die skandalöse Verstrickung des Verfassungsschutzes in gewaltbereite Neonazi-Szenen sowie über die geheimdienstlichen Versuche, kriminell gewordene V-Leute selbst gegen Ermittlungen der Polizei abzuschirmen. Und er untersucht, wie der Verfassungsschutz im Kampf gegen Rechts agiert, ob er in seiner Ausprägung als Inlandsgeheimdienst zum Schutz der Verfassung taugt oder Fremdkörper ist in der Demokratie. Aus seinem Befund formuliert Rolf Gössner politische Konsequenzen, die für eine rechtsstaatliche Demokratie und die Bürgerrechte existentiell wichtig sind.

Hier findet Ihr die Einladung als .pdf Datei zum Download und selbst Ausdrucken!
Einladung: Gössner Veranstaltung

Termin:
Dienstag, 06.11.2012, um 19.30 Uhr,
im DGB Haus Wilhelmshaven
Weserstraße 51, 26382 Wilhelmshaven

Antifaschistische Stadtrundfahrt Wilhelmshaven

Das “Wilhelmshavener Netzwerk gegen Rechts” führt am Samstag, 10. November 2012 um 14 Uhr Ihre dritte Antifaschistische Stadtrundfahrt durch.

Hierzu möchten wir Euch folgende Informationen mitteilen.

Antifaschistische Stadtrundfahrt – zwei Stunden lebendige Geschichte als Lehre für die Gegenwart.
Die Zeit des Hitlerfaschismus 1933 bis 1948 hat tiefe Spuren hinterlassen auch in Wilhelmshaven. Hier gab es nicht nur das Konzentrationslager am Alten Banter Weg. Lager, Zwangsarbeit, Erschießungsplätze und Büros der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) sowie Mahnmale, Infotafeln und Gedenksteine – an rund 20 Stadtionen wird während der “Antifaschistischen Stadtrundfahrt” des Netzwerk gegen Rechts an die Hitler-Zeit erinnert!

An rund 20 Stationen tauchen wir ein in die Hitler-Zeit.
Wir treffen auf zahlreiche Infotafeln, Gedenksteinen und Mahnmale, die man im täglichen Getriebe leicht übersieht. Informationen über geschichtliche Zusammenhänge und Hintergründe, Fakten und authentische Berichte sowie Bezug zur Gegenwart werden während der Rundfahrt geboten.

Ablauf
Die Fahrt mit dem Bus dauert rund zwei Stunden. Start und Ende ist am ZOB vor der Nordseepassage.
An einigen Stationen werden wir aussteigen.

Preise
Pro Person: 10 Euro, ermäßigt 5 Euro

Anmeldung und Vorverkauf
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)
Weserstraße 51 – 26382 Wilhelmshaven
Telefon: 0 44 21 – 1 80 10
eMail: wilhelmshaven@dgb.de

Um frühzeitige Anmeldung wird gebeten.

Hier findet Ihr einen Flyer als .pdf Datei zum Download und selbst Ausdrucken!
Flyer: 20121110-Flyer Stadtrundfahrt eMail-Version-1

Wehret den Anfängen!
Neonazis treiben nach wie vor ihr Unwesen. Mal treten sie als Biedermänner auf, mal zeigen sie ihr wahres Gesicht und schlagen Ausländer zusammen oder zünden Autos von Antifaschisten an. Wer weiß, mit welcher Kaltblütigkeit, Menschenverachtung und Perfektion der Hitlerfaschismus Mord und Terror verbreitet hat, der wird dem Treiben der Neonazis nicht tatenlos zusehen können. Die antifaschistische Stadtrundfahrt soll zur Aufklärung über den Hitlerfaschismus beitragen und so den antifaschistischen Kampf unterstützen. Das Netzwerk gegen Rechts wendet sich damit auch gegen die Versuche, mit dem Begriff >Extremismus< Täter und Opfer in einen Topf zu werfen!

Kein Fußbreit den Faschisten!

PM: Netzwerk gegen Rechts steigt aus Buntem Herbst aus

Pressemitteilung:

Das Wilhelmshavener Netzwerk gegen Rechts hat seine Unterstützung der von der Stadtverwaltung geplanten Aktionswoche „Bunter Herbst“ mit sofortiger Wirkung beendet. Damit zieht das antifaschistische Netzwerk die Konsequenz aus dem mehrmaligen Wortbruch von Stadtverwaltung und Politik.

Die Aktionswoche „Bunter Herbst“ ist aus der Arbeitsgruppe (AG) „Extremismus“ der Stadt Wilhelmshaven hervor gegangen. Von Beginn an hatten alle Beteiligten der AG klargestellt, dass sich der Schwerpunkt der inhaltlichen Arbeit auf den Rechtsextremismus beziehen solle.

In Wilhelmshaven existiert keine andere Form des Extremismus, als die des Rechtsextremismus. Besonders aber die Gleichstellung von Rechts- und Linksextremismus wird von Netzwerk abgelehnt. Dies ist eine Verharmlosung faschistischer und rechtsextremer Gewaltverbrechen.

Keine Form des Extremismus ist dem millionenfachen Mord, den Menschenrechtsverletzungen, der Folter, Verfolgung und Vernichtung, dem Krieg und Blut des Nationalsozialismus gleich zu setzen.

Die Extremismustheorie ignoriert bewusst, dass beispielsweise der Nationalsozialismus nur möglich war, weil Antisemitismus, Antikommunismus und antidemokratische Einstellungen bis weit in die Mitte der deutschen Gesellschaft verankert waren.

Der Extremismusansatz verunmöglicht es, rassistische, nationalistische und antisemitische Motivationen als gesamtgesellschaftliches Problem zu begreifen und adäquat zu bekämpfen. Es kommt zu einer Ausblendung und Verharmlosung! Durch die Extremismusdebatte wird antifaschistisches Engagement kriminalisiert und sie stärkt damit den Vormarsch der Nazis. Diese Erkenntnis sollte bei allen Verantwortlichen in Verwaltung und Politik endlich ankommen.

Trotz mehrfacher Hinweise und dauerhafter Proteste wird die Aktionswoche „Bunter Herbst“ von der Stadtverwaltung, dem Oberbürgermeister und Teilen der Politik weiterhin als Veranstaltung gegen Extremismus beworben. Die geforderte Konkretisierung auf den Rechtsextremismus findet nicht statt.

Die Vorsitzende des Rates der Stadt Wilhelmshaven, Frau Glaser, hat in einem Pressebericht der Wilhelmshavener Zeitung erneut Rechts- und Linksextremismus gleichgesetzt. Dies geschah im Zusammenhang mit der Aktionswoche. Der Leiter des Jugendamtes, Herr Feist, hat in einem Interview mit Radio Jade ebenfalls fast ausschließlich von einer Aktionswoche gegen Extremismus gesprochen.

Der Oberbürgermeister, Herr Wagner, spricht in seinem Grußwort auf der Homepage der Stadt Wilhelmshaven ausschließlich von einer Aktionswoche gegen Extremismus. Der Begriff Rechtsextremismus fällt kein einziges Mal. Wagner spricht mehrfach von „jeder Form des Extremismus“.

Entgegen aller Ankündigungen und Abreden wird seitens der Stadt dauerhaft alles versucht, der Aktionswoche den Stempel des Extremismus zu geben. Das Netzwerk gegen Rechts fühlt sich getäuscht und sieht seine schlimmsten Befürchtungen bestätigt.

Die vom Netzwerk für die Aktionswoche geplanten Veranstaltungen werden trotz allem durchgeführt. In Eigenregie und ohne die gefährliche Vermischung verschiedener Extremismusformen wird das Netzwerk erneut Zeichen gegen Rechtsextremismus, Fremdenhass und Faschismus setzen.

Das Wilhelmshavener Netzwerk gegen Rechts
Doro Jürgensen, Gudrun Klöpper, Tim Sommer

SprecherInnen des Netzwerk gegen Rechts

Red Devils MC Wilhelmshaven schmeißen Nazi raus!

Vor kurzem erreichte uns eine Mail des Vorstandes des Red Devils MC Wilhelmshaven.
Mit Freude und Erleichterung lasen wir Mitteilung.

Hier der Text der Mail:

Sehr geehrter Herr XXX,

hiermit möchten wir Ihnen offiziell mitteilen, daß sich der Red Devils MC Wilhelmshaven von Björn Wilhelmsen am 27.06.2012 getrennt hat.

Fotos auf denen Björn Wilhelmsen zu sehen ist -betreffend seiner aktiven Clubzeit- werden wir in den nächsten Tagen von unser Homepage löschen.

Wir wollen hiermit auch nochmals ausdrücklich darauf hinweisen, daß der RDMC Wilhelmshaven sich von jegweder Art des Nationalsozialismus und Rechtsradikalismus distanziert !!

Wir bitten Sie dieses so hinzunehmen. Für evtl. anstehende Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
der Vorstand des RDMC Wilhelmshaven

Das Wilhelmshavener Netzwerk gegen Rechts begrüßt die längst überfällige Entscheidung des RDMC Wilhelmshaven. Wilhelmsen, der über viele Jahre in der Nazi-Szene und bei rechten Parteien und Kameradschaften aktiv war, trat im Jahr 2011 dem RDMC Wilhelmshaven bei.

Nach einer entsprechenden Veröffentlichung der Umstände und dem Hinweis auf die rechtsradikalen Aktivitäten von Wilhelmsen durch das Netzwerk kam schnell Unruhe auf. Der RDMC Wilhelmshaven beteuerte, dass Wilhelmsen aus der rechten Szene ausgestiegen wäre. Dem konnte das Netzwerk wenig Glauben schenken.

Nun endlich hat der RDMC Wilhelmshaven reagiert und dem Nazi die Kutte wieder ausgezogen. Wilhelmsen zeigt in seinem Facebook-Account auch gleich wieder, wohin er gehört. Zu seinen favorisierten Seiten gehört die Nazi-Kleidungsmarke „Thor Steinar“. Das „gefällt mir“ beim ehemaligen NPD-Bundestagskandidaten Frank Reinicke war nach wenigen Tagen wieder verschwunden.

Das Wilhelmshavener Netzwerk gegen Rechts hofft, dass in Wilhelmshaven auch zukünftig kein Platz für Nazis ist. Wir werden weiter Ohren und Augen offen halten, wenn sich Nazis eine neue Verkleidung zulegen wollen.

Wir verkennen allerdings nicht, dass viele Outlaw-Motorradclubs auch weiterhin eng mit Nazis zusammenarbeiten und diese ohne Skrupel in ihre Reihen aufnehmen. In einigen Städten sind ganze Nazi-Kameradschaften Motorradclubs beigetreten, oder haben gleich eigene Clubs gegründet.

Die teils enge Verbindung zwischen Nazis und MC´s wie dem RDMC oder Gremium MC, werden Antifaschisten bundesweit auch weiterhin beobachten und entsprechende Entwicklungen öffentlich machen.

Prozessauftakt gegen Christian Schneeweiss

Heute Prozessauftakt gegen Christian Schneeweiss.

Vor dem Oldenburger Landgericht findet heute der erste Verhandlungstag gegen den Wilhelmshavener Nazi Christian Schneeweiss statt. Schneeweiss, der seit November 2011 in Oldenburg in Untersuchungshaft sitzt, muss sich vor Gericht verantworten, weil er eine Prostituierte in Wilhelmshaven mit einer Gaspistole bedroht und ausgeraubt hatte.

Der gewalttätige Nazi Schneeweiss wurde bereits wegen gefährlicher Brandstiftung zu drei Jahren Haft verurteilt, da er einen muslemischen Gebetsraum in Brand gesteckt hatte. Mit seinem “Kameraden” Jens Malte Hillers sorgte Schneeweiss über Monate für Unruhe in Wilhelmshaven. Beide sollen für mehrere Angriffe auf Personen und Gebäude verantwortlich sein.

Termin am:
11.06.2012, 9:00 Uhr – 1 Kls 23/12
(Fortsetzungstermin: 15.06.2012, 9:00 Uhr)