Geschrieben am 09.11.2007 von stopp-rechts
In der Nacht vom 09.11. zum 10.11.1938 überfielen Deutschlandweit Nazis jüdische Gemeinden. Sie verwüsteten jüdische Geschäfte und Einrichtungen und zerstörten über 1.000 Synagogen. Der Nazi-Mob tötet in dieser Nacht rund 400 Juden, mehr als 30.000 wurden festgenommen und in Konzentrationslager verschleppt. Ihr Eigentum wurde beschlagnahmt, ihre Geschäfte verwüstet und geschlossen.
Der 9. November war somit der erste Tag, an dem die grausamen Gedanken und Pläne der Nazis öffentlich in die Tat umgesetzt wurden. Auch steht dieser Tag für die Ohnmacht der Welt und die Feigheit vieler Deutscher, die die Verbrechen schweigend hingenommen haben. Auch wenn die breite Mehrheit der Bevölkerung den Schandtaten der Nazis wortlos zuschaute, sollen die Beispiele der Zivilcourage nicht unerwähnt bleiben. In vielen Städten stellten sich Menschen gegen den Terror. Sie versuchten, die Synagogen und Gebetshäuser zu beschützen und versteckten Juden in ihren Wohnungen.
In Wilhelmshaven veranstaltet die Stadt und der DGB, sowie die katholischen und evangelischen Kirchen heute um 18.00 Uhr eine Gedenkfeier. Diese beginnt in der Christus- und Garnisonkirche mit einem ökumenischen Abendgebet. Anschließend findet ein Schweigegang zum Synagogenplatz statt, an dem für 18.45 Uhr eine Kranzniederlegung geplant ist. Um 20.00 Uhr findet dann in der Neuapostolischen Kirche in der Salzastrasse ein Konzert des Kammerchors Wilhelmshaven statt.
Besonders die Reichspogromnacht, die in den vergangenen Jahren auch als Reichskristallnacht bezeichnet wurde zeigt beschämend eindrucksvoll, wie schnell ein heimlicher Faschismus zu offenem Terror werden kann. Hatten sich die Nazis bis zum 09.11.1938 darauf beschränkt, im verborgenen und vermummt gegen die Juden und Andersdenkende vorzugehen, wurde diese Nacht eingehend geplant und erstmals öffentlich der Faschismus in die Tat umgesetzt. Eine Warnung für all die, die noch heute den Faschismus verharmlosen. Der kleine Nazi von heute kann bereits morgen der große Brandstifter sein!
Lernt aus der Geschichte und wehrt den Anfängen! Unsere Gedanken sind heute bei den vielen ermordeten, gefolterten und verschleppten Menschen, die als Opfer des Naziregimes immer in unserer Erinnerung bleiben werden!

