Geschrieben am 13.03.2008 von stopp-rechts
Auf der Internet-Plattform “Blick nach rechts” ist ein interessanter Artikel der Journalistin Andrea Röpke eingestellt. Insbesondere nimmt die sehr engagierte Journalisten die rechte Szene in Wilhelmshaven unter die Lupe.
Hier der Bericht:
Nach dem Wahldebakel Ende Januar zeigen sich NPD und Neonazis in Niedersachsen weitgehend inaktiv. Lediglich die „Autonomen Nationalisten“ sorgen im Nordwesten des Bundeslandes für Schlagzeilen.
Trotz Wahlschlappe und Weggang aus Niedersachsen beteuert der ehemalige NPD-Spitzenkandidat Andreas Molau dennoch, seine Arbeit für den Landesverband „intensivieren“ zu wollen. Im rechtsextremen Internet-Portal „altermedia“ begrüßt er seine Berufung zum Pressesprecher der Schweriner Landtagsfraktion, kündigt aber weitere Aktionen in Niedersachsen an. Demnach sei für April eine kommunalpolitische Schulung unter anderem für die 18 kommunalen Mandatsträger der NPD vorgesehen und im Mai soll die Aktion „zur Trennung von deutschen und ausländischen Schülern“ mit Infoständen weitergeführt werden. Zudem bereite der ehemalige Lehrer eine landesweite Infozeitung vor. Viel Enthusiasmus für einen, der eine Partei vertritt, die nach den gescheiterten Landtagswahlen Ende Januar 2008 nur noch gelähmt erscheint.
Zum Beispiel scheinen Unstimmigkeiten zwischen NPD und Kameradschaften die Aktivitäten im Landkreis Stade zu hemmen. Hinzu kommen die Verurteilung von NPD-Unterstützer Marcus Winter aus dem Weserbergland, sowie eine Geldstrafe für den NPD-Kommunalvertreter Daniel Fürstenberg aus Verden.
Am großen „Trauermarsch“ von „Junger Landsmannschaft Ostdeutschland“ (JLO) und NPD im Februar in Dresden hatten auffällig wenig niedersächsische Neonazis teilgenommen. Allein Manuel Wojtzcak und Jens Wagenlöhner repräsentierten die Wilhelmshavener NPD, einen ehemaligen Hoffnungsträger des Landesverbandes. Sie drängten sich mit ihrer Fahne ganz nach vorne an die Spitze des Aufzuges. In der als „Armenhaus“ Niedersachsens verschrienen Nordsee-Stadt hatte die NPD bei der Landtagswahl immerhin noch knapp über zwei Prozent der Stimmen erzielen können.
Dabei herrscht auch dort seit langem Unstimmigkeit. Der ehemalige NPD-Stadtrat Peter Müller hatte bereits vor Monaten das Parteibuch gewechselt. Müller ist jetzt Kreisvorstandsmitglied der Deutschen Partei. (DP) Auch das „Nationale Haus“ in der Börsenstraße soll von der DP übernommen worden sein.
Fotos von Kameraden mit Hitlergruß
Dann wurde Anfang Januar 2008 die Internetpräsenz der Wilhelmshavener Kameradschaft „AG Wiking“ gehackt und pikante Fotos des Anführers Manuel Wojtzcak wurden kurze Zeit online gestellt. Der gab daraufhin die Verantwortung für die Seite weiter. Auch Fotos von Kameraden mit Hitlergruß wurden von Hackern veröffentlicht. Aufgebrachte Einträge und Drohungen auf den Seiten der Wilhelmshavener Info-Homepage „stop-rechts“ zeugten daraufhin von der Wut der Neonazis. Als sich nur wenige Tage später der ehemalige stellvertretende Unterbezirksvorsitzende der NPD-Wilhelmshaven das Leben nahm, schwiegen die Kameraden.
Nicht ein einziger Infostand wurde von den verbleibenden NPD-Anhängern unter Führung von Nico Ahlrichs durchgeführt. Ohne die Unterstützung von Kameraden aus Schwerin wären auch die letzten Verteilungsaktion vor dem Wahltag kaum möglich gewesen.
Jüngere Rechtsextreme in Wilhelmshaven fühlen sich bereits seit längerem eher von Hooligan-Trupps wie den „Jade-Killern“ oder „Young Boyz“ angezogen, als von NPD oder Kameradschaft AG Wiking. Laut „Netzwerk gegen Rechts“ in Wilhelmshaven (www.stop-rechts.de) zählen „Kinder im Alter von 13 bis16 Jahren“ zur Zielgruppe dieser gewalttätigen Fan-Szene um den SV Wilhelmshaven.
Mit purem Aktionismus sorgten dann auch Anhänger der „Autonomen Nationalisten“ und nicht der NPD im Nordwesten für Schlagzeilen in den Lokalmedien. Ende Februar 2008 verrammelten Unbekannte in der Nacht alle Eingänge der Haupt- und Realschule Harpstedt im Landkreis Oldenburg mit Eisenketten und Vorhänge-schlössern, um so einen angekündigten „Toleranztag“ zu verhindern. Auf dem Schulhof verteilte Flugblätter titelten „wegen Intoleranz geschlossen“. Der Rektor Wolfgang Bleyer sprach von einem „unwürdigen Schauspiel einiger“, die „die Augen vor der Geschichte“ verschlössen. Die Polizei bestätigte, man wisse, dass in der Samtgemeinde Harpstedt „der eine oder andere Rechte steckt“. Der Aktionstag wurde durchgezogen. Bereits Anfang Februar 2008 hatte eine Gruppe der „Autonomen Nationalisten Nord-West“ eine Präventionsveranstaltung in einem Gymnasium im nahen Ganderkesee gestört. Dabei fotografierten sie interessierte Schüler und Lehrer.
Einer der führenden AN-Anhänger der Region, der 28-jährige Jörg Geuken aus Weener musste sich Mitte Februar wegen Volksverhetzung vor dem Amtsgericht in Leer verantworten. Er hatte eine Homepage der „Autonomen Nationalisten Ostfrieslands“ (ANO) betrieben und nach Ansicht des Gerichtes Texte über die Tauschbörse „eMule“ angeboten, in denen zum Hass gegen Fremde und Juden aufgestachelt wurde. Vor Gericht beteuerte Geuken, dass er zwar früher stellvertretender Vorsitzender der NPD Ostfriesland war, aber mittlerweile „zum Antifaschisten“ geworden sei. Er sagte laut Lokalzeitungsbericht: „Ich distanziere mich ausdrücklich von der NPD“. Der Richter sah von einer Haftstrafe ab und verurteilte ihn zu 4200 Euro Geldstrafe.


Geschrieben am 14.03.2008 um 20:18 Uhr.
Wie kommts eigentlich, dass http://www.ag-wiking.net wieder online ist?
Anmerkung von Stop-Rechts:
Rechnungen bezahlt vielleicht?
Geschrieben am 14.03.2008 um 22:41 Uhr.
nujo, wenn das so ist. Hab gedacht der Anbieter hätte was dagegen gemacht oder so…