Geschrieben am 31.03.2008 von stopp-rechts
Der Begriff “Kameradschaft” spielt in der rechten Szene eine große Rolle. Allerdings nur dann, wenn es darum geht, neue Mitläufer einzufangen. Wie wenig sich Nazis für ihre Kameraden interessieren, zeigt eindrucksvoll ein Beispiel aus Wilhelmshaven. Noch vor wenigen Monaten gab es ein sehr aktives Mitglied in der NPD Wilhelmshaven, Helge Esker. Er war stellvertretender Vorsitzender und Kandidat für die NPD zur Kommunalwahl 2006.
Zu den Aufgaben des NPD-Aktivisten gehörte unter anderem die Erstellung und Pflege der NPD-Homepage und einiger weiterer Internet-Präsenzen. Seine Einbindung in die Partei führte ihn auch auf den Heisenhof in Dörverden, auf dem der rechtsradikale Anwalt Jürgen Rieger versuchte, einen rechtsfreien militanten Raum für Nazis zu schaffen.
Sehr früh wurden von NPD-Kadern die Qualitäten Eskers erkannt und es öffnete sich eine Tür nach der anderen. Selbst Angebote für ein Landtagsmandat in Sachsen wurden ihm unterbreitet. Doch in 2007 änderten sich alle Pläne. Esker schien sich immer weiter von der rechten Szene zu entfernen. Sowohl in der NPD, als auch im Internet kam sein Name immer weniger zu Tage. Die von ihm betriebene Internet-Homepage des “Wilhelmshavens Nationaler Beobachter” wurde nach wenigen Wochen eingestellt.
Esker verließ Wilhelmshaven um in Oldenburg eine Ausbildung zu beginnen. Im Dezember 2007 kam er erneut nach Wilhelmshaven. Kurze Zeit später, im Januar 2008, fand man Esker auf dem Dachboden seiner Wilhelmshavener Wohnung, auf dem er sich selber das Leben nahm. In einem Abschiedsbrief nahm Esker Stellung zu seiner Entscheidung, sein Leben durch Suizid zu beenden.
Die ehemaligen Kameraden von NPD, AG Wiking und den weiteren braunen Ansammlungen in Wilhelmshaven schwiegen bis heute zu den Vorkommnissen. Ob es eine Verbindung zwischen dem augenscheinlichen Rückzug Eskers aus der Nazi-Szene und dessen Ableben gibt, ist noch unklar. Klar ist aber, dass die Hinterlassenschaften Eskers noch für einige Unruhe in der Wilhelmshavener Nazi-Szene sorgen werden.


