Geschrieben am 09.03.2009 von stopp-rechts
Die NPD-Unterbezirk Wilhelmshaven, ist wieder aus der Versenkung aufgetaucht. Während sich die ehemaligen Unterstützer und Wasserträger der NPD Wilhelmshaven, die rechtsextreme Kameradschaft AG Wiking, mit der DVU bereits einen neuen verbündeten gesucht hat, dümpelt die NPD so vor sich hin. Im Strudel von Finanzaffären und internen Streitigkeiten der selbsternannten Führer war die NPD Wilhelmshaven über Monate unauffindbar. Bereits vor dieser Zeit war kein Wilhelmshavener Einwohner mehr im Vorstand der NPD Wilhelmshaven anzutreffen.
Bereits im letzten Jahr verließ der NPD-Ratsabgeordnete Peter Müller die Partei, um seine politische Zukunft bei den Faschisten der DP (Deutsche Partei) zu suchen. Voran gingen diverse öffentliche Auseinandersetzungen zwischen Müller und der AG Wiking. Die AG Wiking war der zentrale Motor der NPD Wilhelmshaven. Mitglieder der rechtsextremen Kameradschaft kandidierten für die NPD auf diversen Listen. Unter ihnen natürlich auch Manuel Wojczak.
Die Homepage der NPD Wilhelmshaven war über mehrere Monate auf immer wechselnde Homepages mit faschistischem Hintergrund umgeleitet. Als Verantwortlicher ist noch immer Jens Wagenlöhner bei DENIC aufgeführt. Seit wenigen Tagen ist nun die neue Homepage der NPD Wilhelmshaven online. Inhaltlich gestaltet und administriert wird die Page aus Oldenburg. Als Verantwortlicher wird Mario Dirksen aus Südbrookmerland genannt.
Noch immer hat also die NPD Wilhelmshaven nichts mit Wilhelmshaven zu tun. Die ehemaligen Unterstützer sind zur DVU bzw. DP übergelaufen, Arbeit vor Ort findet nicht mehr statt. Die neue Homepage ist somit als Einstieg in den Bundestagswahlkampf zu sehen, da fast alle Homepages der NPD inhaltlich deckungsgleich sind. Mit wenig Inhalt viele Pages…
Auch auf Bundesebene gönnen sich DVU und NPD nichts. Vorbei die Zeiten, in denen sich die beiden faschistischen Parteien auf Gebiete geeinigt haben, in denen sie antreten. Es hat der offene Kampf um die 0,5 – 3 % Wählerstimmen der Rechten begonnen. Inzwischen herrscht ein regelrechter Partei-Tourismus zwischen den beiden Fraktionen. Bekanntester Überläufer, der von der NPD zur DVU gewechselt ist, ist das Mitglied der NPD-Landtagsfraktion in Schwerin, Andreas Molau.
Schon immer hat es einen stetigen Wechsel bei den faschistischen Parteien gegeben. Ob NPD, DVU, DP oder Republikaner – jeder wollte mal versuchen, ein viertes Reich aufzubauen. Was blieb waren interne Streitigkeiten, Schuldzuweisungen, Finanzskandale und verbrannte Erde. Auch bei den Unterstützern gab es schon immer eine hohe Fluktuation. Die Nazi-Skins prügelten sich für die Republikaner, die “freien” Kameradschaften lassen sich das verteilen von CD´s und Wahlkampfwerbung teuer bezahlen, damit sie von dem Geld ihrem Demo-Tourismus huldigen und Saufgelage veranstalten können.
Und auch bei der AG Wiking geben sich die Verantwortlichen für die Homepage die Klinke in die Hand. Erst war es Manuel Wojczak, dann Sascha Major (der noch vergangene Woche versuchte Fotos von den Teilnehmern des Treffen des Netzwerk gegen Rechts zu machen und später seinen Speicherchip an die Polizei aushändigen musste), jüngst ist es der bekennende Nazi-Skin Thomas Hiebenga. Hiebenga war über Jahre der Ansprechpartner für Nazi-Skins aus dem ostfriesischen Raum. Der wegen Körperverletzung vorbestrafte Hiebenga pflegt Kontakte in sämtliche Bereiche der Nazi-Szene. Neben Wojczak und Wagenlöhner gehört Hiebenga auch zu den Wilhelmshavener Nazi-Demo-Touristen.
Zwischen den Lagern stehen die ewig gestrigen wie Christian Worch, Thorsten de Vries und andere, die sich so ziemlich allem anschließen, was es gibt. Ihnen geht es nur um die Öffentlichkeit und die Beherrschung willen- und meinungsloser Mitläufer. Darüber hinaus vergolden sie sich ihren Lebensunterhalt mit z.B. Kleidungsgeschäften, Musikvertrieben oder sonstigen faschistischen Geschäften.
Den rechtsextremen Wasserträgern der AG Wiking sind diese Entwicklungen gänzlich egal. Zu klein ist ihr Horizont, als das sie die Zusammenhänge wirklich erfassen könnten. Sie springen halt auf den Zug auf – egal wohin er fährt – wenn er nur laut und braun genug ist. Und auch dem faschistischen Wähler, der die NPD immerhin in den Rat der Stadt Wilhelmshaven gebracht hat, scheint dies egal zu sein. Der latente Faschismus in den Köpfen vieler “Normalbürger” ist hierbei die eigentliche Gefahr für unsere Demokratie.

