Geschrieben am 30.03.2010 von stopp-rechts
Über ein Jahr ist es her, dass auch in Wilhelmshaven ein Ableger der faschistischen Organisation “pro Deutschland” gegründet wurde. Lokale, bekennende und bekannte Nazi-”Größen” wie Peter Müller (ex-NPD, DP), Joachim Münch (ex-REP) und andere haben nach ihren gescheiterten Parteikarrieren eine neue Aufgabe gesucht und gefunden. Auch die Ziele der Nazi-Gruppe wurden umgehend formuliert. So kündigte Peter Müller an, “Wilhelmshaven wieder zu einer blühenden Hafenstadt zu machen”.
Seit der Gründung von pro Deutschland in Wilhelmshaven ist es aber extrem ruhig, fast totenstill um die ewig Gestrigen geworden. In der Öffentlichkeit treten die alten Herren nicht auf. Im Rat der Stadt Wilhelmshaven, in den Peter Müller auf der Liste der NPD gewählt wurde, besticht dieser durch dauerhaftes Schweigen. Anträge, Wortmeldungen oder Visionen des selbsternannten “Retters der Hafenstadt Wilhelmshaven” sucht der politikinteressierte Bürger vergebens.
Wilhelmshaven galt schon häufig als Versuchsfeld für Nazi-Strukturen aller Art. So versuchten DVU, NPD und REP mehrfach an der Jade Fuß zu fassen. Bis auf wenige temporäre Ratsmandate blieb nichts übrig von den hohen Zielen. Sämtliche Nazi-Parteien sind aus Wilhelmshaven verschwunden. Einzig die NPD versucht verzweifelt zu suggerieren, dass es sie noch gäbe. Tatsächlich wird die NPD-Wilhelmshaven aber von einem Einzelkämpfer auf Westerstede künstlich am Leben gehalten.
Pro Deutschland versucht seit Gründung den faschistischen Nebel zu verwehen. Immer wieder wird beteuert, dass es sich bei dem Nazi-Sammelbecken nicht um eine rechte Struktur handeln würde. Die Mitglieder von pro Deutschland Wilhelmshaven sprechen da aber eine andere Sprache. So ist Münch nach wie vor bei der faschistischen DP aktiv, der auch Peter Müller angehören soll.
Völlig weggebrochen sind den Parteien die jungen “Straßenkämpfer-Nazis” der Kameradschaften. So war die rechtsextreme Wilhelmshavener Kameradschaft AG Wiking gesamtverantwortlich für den Einzug des NPD-Kandidaten Peter Müller in den Stadtrat. Die AG Wiking führte Wahlkampfstände durch, verteilte Werbung und stellte einen Teil der Kandidaten.
Durch den Wegzug von Thomas Hiebenga, den Ausstieg Björn Wilhelmsens und den Rückzug von Manuel Wojczak, sowie die Einfuhr von Peter Bartels brach die AG Wiking in sich zusammen. Auch die Nazi-Strukturen in Sande und Friesland (NFF) haben sich fast vollständig aufgelöst. Die kurzzeitige “Modeerscheinung” der “nationalen Sozialisten” (neuer Name für altes Gedankengut) konnte in Wilhelmshaven nie wirklich zum Erfolg kommen. Hier gibt es allerdings keine Entwarnung, sondern nur eine kleine Ruhepause für die Antifa.
Neben den offenen Nazi-Strukturen ist der alltägliche Faschismus auch in Wilhelmshaven vorhanden. Der Hausmeister von nebenan, der Stammtischfaschist, der Sexist und der Anti-Islamist werden so schnell nicht aussterben. Auch hierauf werden wir ein Auge haben und weiter berichten. Wir sehen uns beim antifaschistischen Aktionstag am 12.06.2010 am Pumpwerk!


