Zwei Tage nach dem Parteitag der NPD-Niedersachsen in Wilhelmshaven melden sich nun auch die Nazis zu Wort. In mehreren Pressemitteilungen werden die alten (und genauso verstaubten) Scheinargumente vom NPD-Vorsitzenden Adolf Dammann heraus geholt. “Linke Chaoten” und “Systemschergen” hätten den NPD-Parteitag in Bad Gandersheim verhindert. Tatsächlich stellten sich fast 1.000 Bürger aus Bad Gandersheim den Nazis entgegen. Ein breites Bündnis von Antifaschisten bezog deutlich Stellung. Einer der Vermieter des Versammlungsortes erkannte die Täuschung der NPD (diese hatte unter falschem Namen angemietet) und klagte erfolgreich gegen die Versammlung.

Kein Wort verliert die NPD zu ihrer abriss reifen Hundehütte in Wilhelmshaven, in die sich die Nazis verkriechen mussten. Dammann, der noch am Wochenende großspurig verkündete, dass der Parteitag in jedem Fall in Bad Gandersheim stattfinden würde, verschwieg auch diese Niederlage. Ebenfalls keine Erwähnung fand der Widerstand in Wilhelmshaven. Die Proteste des Netzwerkes gegen Rechts waren wohl zu friedlich, spontan und gut organisiert, um hierüber zu sprechen.

Allerdings erteilt die NPD in ihrer Pressemitteilung bereitwillig Auskunft über die Teilnehmer des NPD-Parteitages. So waren unter anderem Vertreter der rechtsextremen Celler “Kameradschaft 73” anwesend. Die NPD hatte in der Vergangenheit verzweifelt versucht, die Geister der Kameradschaften wieder los zu werden, die sie rief. Kameradschaften sind durchsetzt von Kleinkriminellen und Serienstraftätern. Körperverletzungen, Landfriedensbruch und die Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole gehören zum Tagesgeschäft der Kameradschaften.

Gerne bedient sich die NPD der Kameradschaften, um Wahlkampfstände zu organisieren, Infomaterial zu verteilen, oder schlicht als Schläger für ihre Treffen. Hierfür wurde eigens ein NPD-Ordnungsdienst ins Leben gerufen, der sich durch besondere Brutalität und Rücksichtslosigkeit hervortut. So waren auch die Parkplatzwächter des Parteitages in Wilhelmshaven keine Unbekannten. Die als “nette Schwiegersöhne” verkleideten Kriminellen gehen in deutschen Gerichten und Gefängnissen ein und aus.

Der “Ordnerdienst” der NPD in Wilhelmshaven wurde angeführt von Christian Fischer aus Vechta. Fischer ist Stammgast vor deutschen Richtern und gilt als wenig zimperlich.

Als “Vertreter” der “freien Strukturen” durfte Dieter Riefling ans Mikrofon.  Der mehrfach einschlägig vorbestrafte Riefling gilt als einer der Hauptfiguren der kriminellen Kameradschaftszene. Auf dem Bild ist Riefling als Kofferträger der Nazi-Band “Fylgien” zu sehen.

Musikalisch wurden die braunen Rentner von zwei Bands/Liedermachern begleitet. Zwischen Würstchen vom Grill und Bier vom Fass gab es dunkle Melodien.

Hier grinsend und in Rot gekleidet der “Liedermacher” “Thorstein” aus Thüringen bei seiner Ankunft in Wilhelmshaven.

Als zweiter Musikact wurde die Band “Fylgien” aufgefahren. Die Liedermacher Lars und Sebastian (aus Berlin und Sachsen) sind ebenfalls szenebekannt.

Die Band Fylgien bei ihrer Abreise aus Wilhelmshaven.

Als Gastredner trat unter anderem Andreas Storr aus Sachsen auf. Storr sitzt für die NPD im sächsischen Landtag. Mit dem NPD-Parteivorsitzenden Udo Voigt wurde die Riege der Aushängefaschisten komplettiert.

Sascha Jung aus Hameln sorgte noch für einige Belustigung unter den Antifaschisten. Jung bemerkte erst während des bereits laufenden Parteitages, dass er sein Auto mitten in der Gegendemonstration geparkt hatte. Durch einen “SS-Schriftzug” am Heck des Wagens konnte dieser leicht als Nazi-PKW erkannt werden. Jung verließ hektisch den Parteitag, um sein Auto umzuparken. Er war hierbei scheinbar dermaßen nervös, dass er seinen PKW nicht zum Laufen brachte. Die Polizei musste Jung und seinen Wagen abschirmen. Von den Geschehnissen sichtlich mitgenommen verließ Jung Wilhelmshaven umgehend, ohne sich von seinen Kameraden verabschieden zu können. Der Wagen des Nazis war natürlich zu keiner Zeit Gegenstand der Proteste – was kann ein Auto für seinen Hirnlosen Fahrer!?

Einen weiteren sehr ausführlichen Bericht hat Andrea Röpke veröffentlicht. Andrea Röpke wird beim antifaschistischen Aktionstag am 12.06.2010 am Pumpwerk in Wilhelmshaven nochmals auf den Parteitag der NPD in Wilhelmshaven eingehen und uns über Zusammenhänge und Personen informieren.

Das nächste Treffen des Wilhelmshavener Netzwerk gegen Rechts findet am 17.05.2010 um 18.30 Uhr im DGB-Haus in der Weserstraße statt!

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2 Kommentare bei “Nachlese zum NPD-Parteitag in Wilhelmshaven”

  1. ... ist sagt:

    http://www.npd-oldenburg.de/netzseiten/index.php?option=com_ponygallery&Itemid=161

  2. ... gefunden sagt:

    Hier habe ich noch mehr bilder von den nazis gefunden

    http://recherche-nord.com/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=469&Itemid=149

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