Auf dieser Seite könnt Ihr Euch einen Überblick über rechte Gruppierungen verschaffen, die in Wilhelmshaven aktiv sind oder waren.

Solltet Ihr noch Informationen, Fotos, Flugblätter oder sonstiges Material zu den hier genannten Gruppierungen haben, so freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme!

Nationale Front Friesland (NFF)
Die Nationale Front Friesland (NFF) ist vor wenigen Tagen im Internet aufgetaucht. Augenscheinlich scheint dies die Nachfolgeorganisation der Anti-Antifa zu sein. Auf der Homepage werden die üblichen Floskeln gedroschen. Allerdings zeigt sich auf der Homepage die tiefe Verankerung rechtsextremen und faschistischen Gedankengutes. So wird z.B. der Nazi-Führer Rudolf Hess als Held gefeiert.

Aufgrund der Links auf der Page scheint klar, dass die NFF deckungsgleich mit der AG Wiking und der NPD ist. Inzwischen lieben es die Nazis, dass jeder einzelne eine eigene Homepage erstellt, um Größe und Menge darzustellen, die eindeutig nicht vorhanden ist.

Sobald wir weitere Infos zur NFF haben, werden wir sie hier weiter geben. Allerdings ist anzunehmen, dass der Provider der Page (1&1) den Zugang der NFF zeitnah abschalten wird. Auch hierüber werden wir euch auf dem Laufenden halten! Inhaber der Domain der NFF ist ein Michael Stiemert aus Sande.

Inzwischen ist die Homepage der NFF gelöscht und die Mitglieder sind zur AG Wiking in Wilhelmshaven übergelaufen. Hierdurch sollte den Auflösungserscheinungen der NFF und der AG Wiking entgegengewirkt werden.

National Sozialistische Bewegung Deutschlands (NBD)
Die “National Sozialistische Bewegung Deutschlands” (NBA) ist eine 1-Mann-Organisation aus Bremerhaven(vormals Frankfurt/Main). Hinter der NBA verbirgt sich der augenscheinlich verwirrte Rechtsextreme Silvio Reinhold Kruck. Kruck versucht seit längerem, seine Solo-Organisation zu einer Partei umzugestalten.

Bis vor wenigen Monaten hatte Kruck gute Verbindungen zur NPD und zu “freien” Kameradschaften aus dem gesamten Bundesgebiet. Durch seine größenwahnsinnige und verwirrte Art hat er es sich aber mit allen rechten Gruppierungen verdorben. Inzwischen verbietet die NPD ihren Mitgliedern auf allen Veranstaltungen der NBD die Teilnahme. Selbst die “freien” Kameradschaften sind Kruck von der Fahne gelaufen.

Silvio Reinhold Kruck meldet reihenweise Kundgebungen und Demonstrationen im gesamten Bundesgebiet an. Bisher ist nach unserer Kenntnis nur eine dieser Veranstaltungen durchgeführt worden (24.02.2007 in Hildesheim mit 10 Teilnehmern des NBD). Fehlende Intelligenz und fehlendes Ausdrucksvermögen machen es Kruck unmöglich, rechtliche Schritte gegen Verbote “seiner” Kundgebungen zu veranlassen.

Kruck selber sieht äußerlich wie ein vergessener Hitlerjunge aus. Insofern verkörpert Kruck die aussterbende Generation von Nazis, die sich äußerlich noch als solche zu erkennen geben.

Nachtrag am 25.07.2007:
Homepage der NBD ist seit heute wieder abgeschaltet.

Nationaler Widerstand Ammerland
Der “Nationale Widerstand Ammerland” (NWA) ist eine neue Kameradschaft aus dem Ammerland. Mit den altbekannten Mustern wird eine enorme Stärke vorgetäuscht, die aber kaum vorhanden sein dürfte. Es wird zu rechtsradikalen und faschistischen Treffen und Demonstrationen aufgerufen. Es scheint die üblichen Kontakte zur NPD zu geben. Nach eigener Aussage steht Florian Meyer hinter dem NWA.

Nachtrag am 14.06.2007:
Homepage des NWA ist seit heute wieder abgeschaltet. Vielen Dank an den Provider!

Nachtrag am 11.06.2007:
Die Homepage des N.W.A ist mal wieder online …noch!

Nachtrag am 08.06.2007:
Auf der Homepage des N.W.A ist seit heute wieder eine gewisse Bewegung zu sehen!

Nachtrag am 05.06.2007:
Homepage des N.W.A ist seit heute wieder abgeschaltet. Vielen Dank an den Provider!

Nachtrag am 04.06.2007:
Leider haben die braunen Horden aus dem Ammerland einen neuen Provider gefunden. Auch dieser wurde von uns informiert und wir rechnen in Kürze mit der erneuten Abschaltung der Homepage. Aus diesem Anlass rufen wir dazu auf, die Provider von Nazi-Homepages umgehend anzuschreiben und auf die Seiten der Rechten aufmerksam zu machen! In der Regel werden die Seiten nach wenigen Tagen offline gestellt! Auch und besonders hier gilt: Keinen Pixel den Faschisten!

Nachtrag am 01.06.2007:
Aufgrund eines Hinweises an den Provider der Homepage des N.W.A ist diese seit heute abgeschaltet. Wieder einmal hat die Zivilcourage über den braunen Sumpf gesiegt! Vielen Dank an den Provider!

Frei und Stolz
“Frei & Stolz” ist der Name eines Liedermacher-Duos aus Wilhelmshaven. Frei & Stolz verpacken rechtsradikale und faschistische Aussagen in balladenartige Gitarrenlieder. Die Band bestand bisher aus den zwei bekennenden Nazis Björn Wilhelmsen und Peter Bartels. Laut eigener Aussage hat Björn Wilhelmsen das Duo im Dezember 2006 verlassen. Seit diesem Zeitpunkt ist auch die Homepage der Band nicht mehr online. Björn Wilhelmsen ist nach eigener Auskunft auch im “Shantychor Maritim” aus Wilhelmshaven aktiv.

Frei & Stolz haben enge Kontakte zur NPD Wilhelmshaven und zur AG Wiking. Das Duo hat bereits eine CD heraus gebracht und spielte bundesweit auf Nazi-Treffen. Unter anderem traten sie im Juni 2006 bei der Geburtstagsfeier des ex-Wilhelmshavener Nazis Thorsten de Vries (Gründungsmitglied des DKB) in Hamburg auf. Auch im “Club 88″ und auf diversen Treffen und Privatpartys von Nazis gehört das Duo zu den gerne gesehenen Gästen.

Auch im Verfassungsschutzbericht des Landes Niedersachsen wurde das Duo als sehr aktiv erwähnt. Im November 2006 scheiterte ein geplanter Auftritt in der Schweiz an den eidgenössischen Behörden. Das Duo erhielt ein Einreiseverbot, welches aber missachtet wurde. Daraufhin wurde das Duo in der Schweiz aufgegriffen und nach Deutschland abgeschoben.

Anti-Antifa Wilhelmshaven
Die “Anti-Antifa” Wilhelmshaven ist eine relativ neue Gruppierung. Bisher trat die Gruppe nur kurz im Internet auf. Hier präsentierte sie eine Homepage, auf der sie zum Kampf gegen die Antifa aufgerufen hatte. Wer hinter der Homepage und damit hinter der Gruppe steht, ist bis dato (noch) nicht bekannt. Auf der Homepage war allerdings ein Foto der Betreiber zu sehen, auf dem sich zwei Personen vermummt präsentierten.

Hintergrund der Anti-Antifa soll der aktive Kampf gegen Antifaschisten sein. Es sollen Fotos und Adressen von Antifaschisten gesammelt und veröffentlicht werden. Als ersten Versuch der Anti-Antifa gab es diverse Fotos des “Rock gegen Rechts”-Konzertes der JUSOS Wilhelmshaven im Kling Klang zu sehen. Verbunden waren diese Fotos mit dem Aufruf, Namen und Adressen der Besucher und Bands zu übermitteln, um diese öffentlich zu machen.

Die Band “Kind im Magen?” aus Bochum sah sich daraufhin veranlasst, die Homepage der Anti-Antifa vom Provider sperren zu lassen. Da die Band auf dem “Rock gegen Rechts”-Konzert aufgetreten ist, war auch sie auf den Fotos zu sehen. Der Provider kam dieser Bitte umgehend nach. Bis dato hat es die Anti-Antifa nicht geschafft, eine neue Seite ins Netz zu stellen.

Wilhelmshavens nationaler Beobachter
“Wilhelmshavens nationaler Beobachter” (WNB) ist das neuste Machwerk Wilhelmshavener angeblicher “freier Kameraden”. Beim WNB handelt es sich um eine Internet-Seite im Blog-Format. Erstmals soll in Wilhelmshaven versucht werden, die bekannten Strategien zu verlassen. Nicht mehr brutale Nazi-Skins stehen in der ersten Reihe, sondern angeblich “nationale Sozialisten”.

Der WNB veröffentlicht auf seiner Internet-Seite Artikel zu regionalen und überregionalen Themen. Hierbei reicht die Palette von “Berichten” über Parteien, Parteitage, Demonstrationen, bis hin zu (nur auf den ersten Blick!) gesellschaftskritischen Beiträge über den G8-Gipfel. Unterschiedliche Autoren hetzen gegen Minderheiten, verharmlosen faschistische Anschläge, verdrehen unumstrittene Tatsachen und geben sich gerne ein rein sozialistisches Aussehen.

Taktisch klug werden faschistische Gedanken zwischen fast neutral bis “links” wirkenden Artikeln eingestreut. Verweise zu bekennenden Faschisten und Rechtsextremen (wie Christian Worch) sind ebenso zu finden, wie Aufrufe zur Teilnahme an Demonstrationen der NPD oder “freien Kameradschaften”.

Der WNB soll augenscheinlich neue Gruppen ansprechen, um diese für den “nationalen Kampf” zu ködern. Somit verfolgt der WNB umfassend die neue Strategie der Nazis, sich politisch, systemkritisch, sozialistisch und links zu geben. Allerdings scheinen die ausführenden Mitläufer und Brandstifter des WNB nicht immer in der Lage, ihre braunen Ideologien in Zaum zu halten. Und so werden in vielen Beiträgen des WNB schnell die tatsächlichen Hintergründe klar.

Seit dem 11.09.2007 ist die Seite des WNB abgeschaltet bzw. ohne Inhalte. Wir werden die Entwicklung weiter beobachten.

Die AG Wiking
Die AG Wiking ist eine so genannte “freie Kameradschaft” aus Wilhelmshaven. Federführend ist der bekennende und bekannte Rechtsextremist Manuel Wojtczak. Manuel Wojtcak wohnt in dem selben Haus, in dessen Hof das Parteibüro der NPD Wilhelmshaven untergebracht ist. Insgesamt zählt die AG Wiking geschätzte 10 Mitglieder, von denen ca. 5 zum harten Kern gehören dürften. Fast alle Mitglieder der AG Wiking sind auch noch in weiteren rechten Gruppierungen, z.B. der NPD aktiv. Die AG Wiking veranstaltet regionale und überregionale Treffen und ist als Sammelbecken von besonders jungen Rechtsextremen zu sehen.

Die AG Wiking bezeichnet sich selber als “Aktions-Gruppe”. Es werden gemeinsame Fahrten zu Demonstrationen und Treffen organisiert. Besonders gerne lassen sich die meist jungen Mitglieder von der NPD (nach eigener Aussage der AG Wiking ihre “politische Heimat”) Instrumentalisieren. Sie verteilen Flugblätter und die NPD-Schulhof-CD in Wilhelmshaven und Friesland.

Ihre politische Ausrichtung beschreibt die AG Wiking folgendermaßen: “Gegen System und Kapital – unser Kampf ist national”. Auf der Homepage der AG Wiking finden sich diverse keltische Symbole. Im Hintergrund der Page laufen verschiedene Lieder rechtsextremer Musikgruppen. Besonders das Internet hat es der AG Wiking angetan. Sie versucht, über diverse Verweise auf andere Seiten eine möglichst breite Streuung ihrer Homepage zu erreichen. Ein selbst erstelltes Video der AG Wiking ist unter anderem bei YouTube zu finden. Hier wird eine “Spontandemo” in Wilhelmshaven begleitet, an der ca. 8 Mitglieder der AG Wiking teilgenommen haben.

Weder der Kopf der AG Wiking, noch deren Mitglieder erscheinen besonders intelligent. Es werden hauptsächlich bekannte Parolen wiederholt, Texte von anderen Internetseiten abgeschrieben und dumpfe Floskeln gedroschen. Allerdings fällt die hohe Gewaltbereitschaft der AG Wiking auf. Fast alle Mitglieder kamen bereits (meist mehrfach) mit dem Gesetz in Konflikt. Drohbriefe, Hetz-Mails und Aufrufe zur Gewalt scheinen der AG Wiking ein beliebtes Mittel.

Inzwischen wurde neben dem Standort Wilhelmshaven auch eine Gruppe der AG Wiking im Emsland gegründet. Diese scheint aber schon in der Gründungsphase wieder in Auflösung. Direkte Verbindungen von der AG Wiking gibt es auch zu den faschistischen Wilhelmshavener “Liefermachern” der Gruppe “Frei & Stolz”, der “Anti-Antifa” Wilhelmshaven und den “autonomen Nationalisten Ostfriesland” (ANO).

Der Deutsche Kameradschaftsbund
Gründung / Verbot | Am 08. November 1991 gründete sich in der Bahnhofsgaststätte Wilhelmshaven der DKB. Anwesend waren ca. 25 Personen, unter ihnen die Gründungsmitglieder Thorsten Schönrock und Thorsten de Vries. Ein Jahr später gehörten dem DKB 60 Personen an. Am 18. Dezember 1992 verbot das Niedersächsische Innenministerium durch eine ministerielle Verfügung den Deutschen Kameradschaftsbund Wilhelmshaven.

Hier ein aktuelles Bild von Thorsten de Vries (mitte) mit Volker Fuchs (rechts) auf einer Burschenschaftsveranstaltung am 07.05.2006 in Hamburg Stellingen:

Organisation | Der DKB war keine politische Partei, d.h. er trat weder bei Wahlen an, noch hatte er dieses vor. Schwerpunkte des Grundsatzprogramms waren unter anderem:

- Kameradschaft und deutsches Kulturgut zu fördern,
- sich gegen Überfremdung zu wehren,
- die Besudelung der deutschen Geschichte zu stoppen
- und forderten eine Volksdeutsche und Heimattreue Erziehung an Schulen.

Die Vereinigung machte es sich zum Ziel, die zerstrittene rechte Szene zu vereinen. Sie beschränke sich dabei hauptsächlich auf den Bezirk Weser-Ems, pflegte jedoch bundesweite Kontakte zu Kameradschaften und Neonazis. Der Großteil der Mitglieder bestand aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Der innere Aufbau war nach dem „Führerprinzip“ geordnet. Der DKB-Vorsitzende Thorsten de Vries sprach sich ausdrücklich gegen Oppositionsprinzip, Mehrheitsprinzip und Chancengleichheit für alle politischen Parteien aus.

Zu den Aktivitäten des DKB zählten neben dem Verteilen von Flugblättern, Kameradschaftsabende und Vortragsabende die Beteiligung am Rudolf-Hess-Gedenkmarsch (1992) und dem Deutschen Kameradschaftstreffen (1992).

In einem Flugblatt mit der Überschrift Achtung! Linke Radikaler! hetzt der DKB gegen den damaligen 1. Vorsitzenden des DBG Manfred Klöpper. Im wird unterstellt, Kontakte zu Gewalttätern und Personen des terroristischen Umfeldes zu haben. An Klöppers Demonstration nehmen auch Militante, Steinwerfer und Polit-Schläger teil. Manfred Klöpper und seine Familie erhielten Drohanrufe und mussten unter Polizeischutz gestellt werden, da auf dem Flugblatt Adresse und Telefonnummer des DGB-Vorsitzenden veröffentlicht waren.

Verbot des DKB | Dem Verbotsverfahren gingen 24 Hausdurchsuchungen voraus, bei denen zahlreiches Beweismaterial sichergestellt wurde. Unter anderem wurden Unterlagen, die Richtlinien für den bewaffneten Kampf gegen die Polizei zum Inhalt hatten gefunden. Strittig ist, ob der DKB tatsächlich plante, eine Wehrsportgruppe zu gründen, was in der Verbotsverfügung aufgeführt ist. Thorsten de Vries bestreitet diese Vorwürfe.

Auf Seite 7 der Verbotsverfügung heißt es: Der DKB agiert gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung, indem er den Staat, die Organe des Staates, die Parteien und ihre jeweiligen Repräsentanten angreift, beschimpft und verächtlich macht. Somit wurde der DKB als rechtsextremistische Vereinigung eingestuft in Folge dessen verboten.

Der Zusammenfassende Text basiert auf der Hausarbeit Das Verbot von Parteien und Vereinigungen am Beispiel des Deutschen Kameradschaftsbundes (DKB) in Wilhelmshaven (Niedersachsen/BRD) von Klaus Uyak

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